Was ist ein „Medienberater“?

Das seltsame dreistufige Vertriebskonzept im Vodafone Kabel Deutschland SMO-Vertriebskanal für Mehrnutzerverträge bzw. Hausverträge mit Vermieter und Eigentümer ausführlich erklärt.

Die Klingel – Der Start

An der Tür: „Guten Tag.., Kabel Deutschland.. äh.. Vodafone Kabel Deutschland. Im Zuge der Qualitätssicherung unserer Mulimediaangebote müsste ich einmal den ÜP.. äh.. unseren Übergabepunkt überprüfen. Der befindet sich sicher im Keller. Können wir da mal hingehen?“

So, oder so ähnlich beginnt der sogenannte „dreistufige Verkaufsprozess“ eines Vodafone Kabel Deutschland (VFKD) Medienberaters. Im Grunde ist damit die Story eigentlich schon erzählt, dann der lebenserfahrene Mensch, der soeben dem „Medienberater“ die Tür öffnete, kann sich den Rest eigentlich schon denken. Ich will das aber mal weitermachen, damit der erfahrende Leser sein „sag‘ ich doch“ loswerden kann.

Natürlich hat der „Medienberater“ alles andere im Sinn, als zu irgendwas zu beraten. Er will ein Geschäft machen, soviel ist klar. Doch anders als der Staubsaugerverticker früher, will es der Vodafone-Vertrieb ganz neu und geschickt aufziehen. Und so sieht der „Medienberater“ zuerst gar nicht wie ein Verkäufer aus. Er spricht auch zunächst nicht über „Angebote“. Nein, er tritt zuerst als Techniker auf. Weil.., Techniker haben eine viel viel bessere Reputation als Haustür-Verkäufer, die früher Hausierer und heute Drücker genannt werden. Ein Techniker ist doch gut. Einen Techniker kann man ins Haus lassen. Und mit einem Techniker kann man auch bedenkenlos Smaltalk halten. Oder?

Smalltalk – Wer guckt denn da?

Smaltalk ist die erste der drei ausgeklügelten Vertriebsstufen von Vodafone Kabel Deutschland, die der „Medienberater“ (der jetzt noch Techniker ist) in Anwendung bringt. Im ungezwungenen Plausch wird der nette „Techniker“ nun ein paar Schlüsselinformationen einholen. Wie ist denn so das Fernsehverhalten im Haus? Hat man SAT? Wie ist das Internet so? Oh.., Telekom.. ja gut, aber etwas langsam, oder!? Nicht ganz zufrieden?! Alles verläuft ganz ungezwungen. Der „Techniker“ fummelt dabei vielleicht sogar etwas an diesem Übergabepunkt, dem kleinen Kästchen an der Wand, herum. Bekommt der „Techniker“ doch jetzt einen leisen Anfangsverdacht, im Haus könnte eventuell ein TV-Gerät ohne Vertragsregelwerk an das Kabelnetz angestöpselt sein, erfolgt jetzt ein sogenannter „TV-Test“. Der „Techniker“ schaltet den ÜP aus. „Wollen wir einmal kurz überprüfen, ob nach meinen Arbeiten hier mit ihrem Empfang noch alles in Ordnung ist?“ täuscht er Sorgfalt und Kundendienst vor. Auf dem Weg durchs Haus zur Glotze im Wohnzimmer wird die zwanglose Plauderei fortgesetzt. Stellt sich nun heraus, dass der Empfang tatsächlich weg ist und im Datenbestand kein Vertrag für die „Wohneinheit“ oder das Haus (Mehrnutzervertrag) zu finden ist, vermeint man das leise „Ratschkling“ einer alten Registrierkasse zu hören. Das ist die Provisionsrechnung im Unterbewusstsein des „Technikers“. Dieser behält aber augenscheinlich vollkommen die Fassung: „Oh.., da ist aber irgendwas nicht in Ordnung. Nach meinen Uuunterlaagen..“ Es wird auf dem Klemmbrett in ein paar Zetteln gekramt.. „ja.. in meinen Unterlagen kann ich da auch jetzt keinen Vertrag vorfinden..“ Das Wort „Schwarzseher“ kommt ihm nicht über die Lippen. Da kann der Mieter acht Fernseher in der Bude schwarz ans Netz geklöppelt haben. Der „Techniker“ sucht nämlich unter den Mietern im Haus seine Verbündeten zum künftigen beackern des Hauseigentümers. Und damit fängt er dann auch sofort an: „Da muss ich mich mal mit dem Hauseigentümer in Verbindung setzen. Hätten sie da für mich mal den Namen und die Rufnummer?“

Ein solcher Fall ist für den „Medienberater“ aka bis dahin „Techniker“ natürlich ein Glücksgriff. Er hat einen Schwarzseher am Wickel. Da dieser „Medienberater“ allerdings im SMO-Vertriebskanal (Small Owners = 2-20 Wohneinheiten) tätig ist und nicht im Endkundensegment, scheißt er den schwarzguckenden Mieter nicht an. Dem kann er nichts verkaufen. Das machen Andere. Im SMO-Kanal verkauft er Mehrnutzerverträge (MNV) an Vermieter. Also wickelt er den Mieter nun mit schier unglaublicher Gutmütigkeit ein und schaltet sogar den ÜP wieder an. Der Mieter kann vorerst schwarz weitergucken. Vor lauter Dankbarkeit ist der Mieter doch nun gerne Verbündeter des sympathischen „Technikers“ und rückt ganz freiwillig sämtliche ihm bekannten Daten seines Vermieters raus. Und auf den Mieter darf sich der nette „Techniker“ selbstverständlich auch berufen.

Der Kümmerer

Bei solch passenden Umständen reagiert der Medienberater sofort, greift zum Handy und ruft den Vermieter an: „Hallo Herr Dingens, mein Name ist Sowieso von Vodkafone Dödel Deutschdings. Ich befinde mich grade in Ihrem Objekt in der Bömmelsstrasse 11 und habe aufgrund unserer Breitbandblah blah jadda jadda den Übergabepunkt im Haus überprüft. Neben mir steht ihr Mieter Herr Schwarzgaffer und wir beide haben festgestellt, dass der Kabelanschluss im Haus nicht dem vertragsgemäßen Zustand entspricht. Da sollten wir mal in Ruhe drüber reden. Wann können wir das erledigen? Ich habe diese Woche noch zwei freie Termine. Wann passt es ihnen besser? Freitag Nachmittag oder Samstag vormittag?“

Termin beim Vermieter ist im Sack. Damit ist der erste der drei Verkaufsstufen erledigt. In dem Fall auch schon der Zweite. Der „Angang“ mit „Objektklärung“ führte hier unmittelbar zur „Terminierung“ und zum Termin mit dem Vermieter. Diese Phase wird im VFKD-Vertrieb „Chance“ genannt und in der Vertriebs-EDV als Verkaufsprojekt eingetippt.

Meist ist der Verlauf jedoch etwas anders. In der Regel ist es vollkommen unübersichtlich, inwieweit oder ob überhaupt sich Gründe für einen Verdacht der Schwarznutzung ergeben. Hierbei bleibt der Smalltalk beim Infoseinsammeln. Es liegt in seinem Ermessen, ob der „Medienberater“ in dem Objekt eine „Chance“ sieht. Sind die Daten über den Vermieter erhoben und hat auch nur ein Mieter den Eindruck hinterlassen, er zeige Interesse am TV- und Internetangebot von VFKD wird das meist als „Chance“ gesehen. Eine „Chance“ den Vermieter zu einem Vertragsabschluß bewegen zu können. Dann beginnt die zweite Phase des dreistufigen Verkaufs – die Terminierung – etwas später.

Oftmals treffen sich dazu alle „Medienberater“ eines regionalen Teams zu einem sogenannten „Terminierungsmeeting“ in einem eigens dafür eingerichtetem kleinen Callcenter. Einmal wöchentlich werden dann, unter Anleitung der jeweiligen Teamleiter, die „Medienberater“ am Telefon aktiv und kontaktieren die Vermieter. Dabei kommt ein mantraähnlicher Gesprächsleitfaden zum Einsatz, der Erfolg garantieren soll. Zwei Bausteine dieses Gesprächsleitfadens sind dabei entscheidend. Der Begriff „Subvention“ und der Satz: „ich dachte, dass sie das interessiert“.

Subventionen ziehen immer

In etwa verlaufen die Gespräche wie folgt:

„Guten Tag Herr Dingens.. mein Name ist Bummes, Ingo Bummes von Vodafone Kabel Deutschland. Herr Dingens.., am Dienstag den 12.11.2017 war ich zur Überprüfung unseres Übergabepunkts des Kabelanschlusses und zur Qualitätssicherung unseres Breitbandinternets an ihrem Objekt in der Bömmelstrasse 11. Das ist doch ihre Immobilie, richtig? … Ja prima. Ihr Mieter Herr Glotzengucker war so freundlich, mir ihre Kontaktdaten zu geben. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob sie darüber informiert sind, dass auf diesem Objekt eine Subventionssumme von 680 Euro verfügbar ist. … Ich dachte mir, dass sie das interessiert, Herr Dingens. Darüber würde ich gerne mit ihnen einmal persönlich reden. Ich bin am Freitag den 11.11.2017 und Samstag den 12.11.2017 in ihrer Nähe. Wann passt es ihnen besser? Freitag oder Samstag? … Herr Dingens, wie ich bereits sagte, dachte ich mir, dass sie das alles sehr interssiert. Es geht dabei ja auch um ordentliches Geld. Das kann ich ihnen am Telefon nicht erklären. Das müssen wir persönlich machen. Daher habe ich ihnen ja die beiden Termine angeboten. Also wann passt es? Freitag oder Samstag“.

Hierbei kann sich der Vermieter auf den Kopf stellen um am Telefon bereits etwas von dieser ominösen Subvention zu erfahren. Er wird immer wieder mit dem Satz „ich dachte mir, dass sie das interessiert“ konfrontiert. Solange, bis der Vermieter selbst daran glaubt oder die Contenance verliert. Bringt es ein Vermieter tatsächlich fertig, soetwas wie „interessiert mich nicht. Lassen sie mich in Ruhe“ hervorzubringen, hat der Gesprächsleitfaden auch darauf eine Antwort. Nämlich: „Also gut Herr Dingens. Dann wird es ihnen nichts ausmachen, wenn ich die Subventionssumme auf das Nachbarhaus übertrage und dort verdopple?!“ Das ist ein fieser Konter. Herr Dingens wird an seiner Missgunst gepackt. Eine solche Charaktereigenschaft könnte Herr Dingens tatsächlich besitzen. Immerhin hat er dem Medienberater auch nicht seinen Termin gegönnt. Subsumarum funktioniert diese Telefonmasche erstaunlich gut und es kommt, im Vergleich mit anderen Gesprächsleitfäden, überdurchschnittlich oft zu Terminen. Damit ist die zweite Phase des dreistufigen Verkaufens abgeschlossen.

Nun werden sich sicher einige von Euch fragen, was das denn für eine komische Subvention ist. Und wo die Summe herkommt. Die Summe ist schon mal völlig wumpe. Oder fast völlig. Die errechnet sich aus den Grundpreisvorteilen eines Mehrnutzeranschlusses (Hausvertrag) gegenüber den Grundpreisen der Einzelnutzerverträge plus die Rückstellung für ggf. die Erneuerung einer SAT-Anlage geteilt durch Abschreibungsjahre und Pi mal Daumen durch Fensterkreuz. Zu der „Subvention“ ansich und wer wem da was subventioniert kommen wir später..

NLP ist das Werkzeug

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – das ist auch die Idee, die dem Pencil Selling zugrunde liegt. Lange Zeit in Vergessenheit geraten, erlebt das Verkaufen mit Stift und Papier heute wieder eine Renaissance. Immer mehr Händler und Verkäufer versuchen bei ihren Gesprächen mit potenziellen Kunden ihr Angebot zu visualisieren – statt dem Kunden einfach einen Flyer vorzulegen, anhand dessen sie die Möglichkeiten besprechen. Beim Pencil Selling „erarbeiten“ Verkäufer und Kunde gemeinsam den optimalen Tarif oder das beste individuelle Angebot – und zeichnen die einzelnen Schritte Punkt für Punkt auf.

Genau das kommt beim Termin auf den Vermieter zu.

Zuerst werden sogenannte „Pfeile für den Köcher“ gesammelt indem dem Vermieter Fragen zu seinen Wünschen rund um die Immobilie gestellt werden. „Herr Dingens.., was ist für Sie wichtig?“ Nun sollen solche Punkte wie

  • Mieter sollen zufrieden sein
  • Mieter sollen lange Mietverhältnisse erfüllen
  • Wenig Flukturation, wenig Ein- und Ausziehen
  • Wenig Leerstand
  • Das Haus soll ordendlich und attraktiv sein
  • Vermieter will seine Ruhe haben und möglichst wenig Aufwand

auf den Zettel. Das funktioniert immer. Es wird die Fragestunde einfach solange fortgesetzt, bis das gewünschte Ergebnis auf dem Papier steht. Zur Not kommen die „können sie sich vorstellen, dass..“-Fragen zum Einsatz. Ist alles richtig notiert, wird abgehakt. „was halten sie davon, wenn wir dafür …“

Am Ende wurden für alle Wünsche Lösungen aus dem VFKD-Produktportfoilo gefunden. Was auch sonst?! Wünsche, die nicht abgedeckt werden können, kommen erst gar nicht auf den Zettel. Und wenn doch, dann so umformuliert, dass sie zwar mit dem Wunsch nichts mehr zu tun haben aber wieder ins Portfolio passen. Noch einmal kurz am Bleistift geleckt und auf zur Rechnerei.

„Also Herr Dingens.., dann schauen wir mal, welche Mittel sie zugunsten anderer Investitionen oder für den Gewinn freistellen können…“

Hierbei werden auf der einen (negativen) Seite Zahlen aus dem Ärmel geschüttelt. So zum Beispiel wird eine evtl. vorhandene SAT-Anlage über ein fünfjähres Abschreibungsmodell in monatliche Kosten pro Wohneinheit errechnet. Ist die Anlage bereits älter, werden diese Kosten einfach als Rückstellung auf neue Investitionen dahingehend umdefiniert. Natürlich wird dabei im Nebensatz erwähnt, wie wenig umlagefähig so eine SAT-Anlage ist. Dann kommen noch die Ausgaben für Internet und Telefon hinzu, sowie die bereits anfallenden Kosten für dies und das. Auf der anderen Seite finden in der Gegenüberstellung die Topkonditionen von VFKD Einzug in das Zahlenwerk.

Folgegeschäfte nicht abwürgen

Verhökert werden soll grundsätzlich die Grundversorgung für 9,90 Euro pro Monat und Wohneinheit. Der Medienberater kann natürlich auch gleich Digital und HD anbieten. Das aber behindert u.U. mögliche Folgegeschäfte. Man will ja in Kontakt bleiben.

Jetzt kommen wir noch einmal auf einen Punkt in der Wunschliste des Vermieters zurück. Der Wunsch nach Ruhe und wenig Aufwand. Und gleichzeitig behandeln wir damit auch diese ominöse Subvention aus dem Terminierungstelefonat

Natürlich hat Vodafone für die Ruhe des Vermieters vor den Mietern ein passendes Vertragsprodukt. Es nennt sich „Service mit Material“ und beinhaltet für gerade mal 1,10 Euro Aufpreis den Techniker, der für jeden Mieter erreichbar ist und seine Tätigkeit, inkl. aller benötigten Materialien und Geräte, für eben diese 1,10 Euro pro Wohneinheit und Monat erledigt. Für den Vermieter ein Gottesgeschenk, muss er sich doch nicht mehr mit dem Mieter auseinandersetzen falls Störungen im TV oder Internet vorkommen. Der Mieter freut sich im ersten Moment natürlich auch, dass er nun direkt Störungen melden und mit dem Techniker sprechen kann. Bis ihm irgendwann ein Licht aufgeht, dass er diesen Service schließlich selbst über die Betriebskostenabrechnung bezahlt. Da verliert die Filantropenaura des Vermieters schnell an Brillianz.

Der Mieter als Subventionierer

Als weiteres AddOn zur Grundversorgung hat VFKD sogar den Neubau des gesamten N4-Netzes im Programm (7,80 Euro Aufpreis zur Grundversorgung pro Monat und WE). Hierbei zieht VFKD tatsächlich neues KOAX-Kabel – aufputz aber sternförmig – durch das ganze Haus und montiert überall die erforderlichen Multimediaanschlussdosen. Spätestens hierbei wird eines deutlich; Der Gesetzgeber greift indirekt in den Markt ein. Und zwar dadurch, dass er die monatlichen Pauschalkosten für diese VFKD-Leistung umlagefähig für die Betriebskosten gemacht hat. Keine andere Hausverkabelung kann das für sich in Anspruch nehmen. Selbst vorgeschriebene Brandmelder in den Wohnungen gehen zu Lasten des Vermieters. Das von VFKD verlegte Kabel jedoch nicht. Hier zahlt der Mieter. Und zwar unabhängig davon, ob es für ihn von Nutzen ist oder nicht. Nicht selten subventioniert so ein Mieter das schnelle Internet oder das HD-TV-Programm seines Nachbarn über die Betriebskostenabrechnung. Wer als Mieter einmal dahinter gekommen ist, für den hat sich damit „der großzügige“ Vermieter oft als fauler Sack mit wenig Sozialkompetenz entpuppt. Das mag die Kommunikation auf der nächsten Hausgemeinschaftsparty etwas frostiger ausfallen lassen. Auch gegenüber den profitierenden Nachbarn.

Alles in einer Hand – Alles geht, oder geht nicht

Ach.. und nochwas.. natürlich hat der Medienberater im Vorfeld immer wieder betont, dass man ja überversorgt ist. Da gibt es Kabel im oder am Haus und dennoch wird das DSL und die Telefonie noch von der z.B. Telekom bezogen. Das müsse doch nicht sein, wo doch über VFKD alles aus einer Hand und dazu viel preiswerter bezogen werden könne. Tcha.., wollen wir jetzt einmal die „Subventionen“ in den Betriebkosten zu dem „alles viel preiswerter bei VFKD“ addieren? Da ist dann schnell der monetäre Vorteil gegenüber dem alten DSL-Vertrag wieder verpufft. Zudem… Alle Dienste in der Hand eines Anbieters klingt sehr vereinfachend. Allerdings ist bei einer Störung auch alles betroffen.

Und ob sich der Mieter nicht langsam über die seltsame Verwandlung des Technikers in einen Verkäufer mit Aktenmappe und Laptop wundert und verarscht vorkommt? -:)

Fazit

So.. mit diesem Kenntnisstand weiß der Vermieter nun, wie es der Medienberater an seinen Tisch geschafft hat. Was weiter geschieht und ob Verträge gemacht werden soll der Vermieter jetzt selbst beurteilen können.

Meine ganz persönliche Ansicht ist: Der „technische Angang“, also das Verschaffen des Zugangs mittels einem Vorwand der angeblichen Überprüfung des Übergabepunktes, kann u.U. bereits als „Eingehungsbetrug“ zur Erlangung des Versorgungsvertrags aufgefasst werden. Ein „Medienberater“ mit Skrupel muss sich zumindest umwohl fühlen, wenn er diese Methode anwendet.

Der andere Ansatz

Im Grunde ist das Produkt Kabel-Internet nicht verkehrt. Es hat zwar seine Schwächen im Hochlastbetrieb, kann aber gerade in Regionen mit dünnem DSL-Durchsatz oder FTTH eine wirklich gute Alternative sein. Da Vodafone in den meisten Bundesländern das Monopol dieser Technologie innehält, ist eine „saubere Vermarktung“ absolut kein Problem. Auch nicht im SMO-Vertrieb. Gerade dort nicht.

Anstatt mit einem kleinen, aber unschönen Eingehungsbetrug über den technischen Angang (ÜP-Prüfung) und einem dreistufigen Vertriebskonzept an den Vermieter als Kunden heranzugehen, würde eine offene und grundanständige Vorstellung des Medienberaters beim Hauseigentümer einen echt guten Eindruck hinterlassen und eine langfriste Beziehung aufbauen, die – durch eine gute Reputation – bestimmt auch reichhaltig Empfehlungen produziert.

Die Vertriebsgebiete der Medienberater sind so groß, dass ein zweistufiger Vertrieb diese positive Reputation herstellen kann und so eine dauerhafte Partnerschaft zwischen dem Eigentümer und „seinem“ Medienberater entsteht. Warum soll der Medienberater sich nicht einfach als „der neue Partner“ beim Eigentümer vorstellen? Ganz ohne Verkaufsabsicht bekannt machen? Neben einem Eintrag in den „gelben Seiten“ wird dem Eigentümer „sein Medienberater“ durch einen persönlichen Besuch mit kurzem Vorstellungsgespräch und dem Hinterlassen einer Visitenkarte oder Broschüre bekannt gegeben. Vodafones Monopol und der Vertriebsgebietsschutz der Medienberater garantiert quasi das Geschäft. Ganz ohne Tricksereien. Ja.., es kommt sicher nicht sofort zum Abschluss, aber die gute Reputation des Medienberaters garantiert die Langfristigkeit. So wie z.B. die Beziehung zum Bezirksschornsteinfeger, dem Sanitär- oder Dachdeckermeister.

Hier liegt der Vorteil des Vodafone Kabel Deutschland Medienberaters gegenüber Mitbewerbern wie z.B. der Telekom. Kein Mitbewerber bietet dem Eigentümer einen dauerhaften persönlichen Ansprechpartner in der Region.

Natürlich muss hierbei der Medienberater nicht nur einen kompetenten Eindruck machen, er muss kompetent sein. Vertragssicherheit reicht nicht. Erfährt der Eigentümer eine kompetente Beratung, wird die Telefonnummer „seines“ Medienberaters den Weg in die persönliche Kontaktliste finden.

Zum Glück ist es aber nicht so. Und zum Glück wird Vodafone diesen ehrlichen Vertriebsweg nicht gehen, da Verträge schnell eingefahren werden sollen. Zum Glück für mich. Denn ich betreibe eine seriöse Bauherrenberatung mit technischem Sachverstand. Und ich bin Hersteller- bzw. Lieferantenungebunden. So kann es natürlich sein, dass ich hier und da für einen Bauherren mit Vodafone verhandle. Leider nicht mit dem Medienberater, denn der ist – wie ich nun weiß – kein Berater sondern nur ein Vertriebler mit nicht mal Staubsaugerverkäufertalent (die wissen, wie der Sauger funktioniert). Schade..

Habt ihr Erfahrungen mit solchen „Medienberatern“ gemacht? Dann schreibt mir an info@knollensammler.com

Wie ein Medienberater entsteht, könnt ihr hier erfahren:

https://knollensammler.com/erlebnis-vodafone-vertrieb/


Es gibt zu diesem Artikel bereits Reaktionen im inoffiziellen kdg-forum ab Seite:

https://www.kdgforum.de/viewtopic.php?f=1&t=26502&start=110

Z.B.: An dem Bericht ist nichts geschönt !
Genau so wurde es mir von 2 „Aussteigern“ wiedergegeben !


Autor: Axel Funken

Immer auf der Suche nach einem Ort des allumfassenden Friedens, der Wahrhaftigkeit, der Sorglosigkeit, des Glücks und der totalen Werbefreiheit (Werbung ist Beschiss. Gute Produkte brauchen keine Werbung). Strenggläubiger Atheist und Darwinist.

4 Kommentare zu „Was ist ein „Medienberater“?“

  1. Das sollten sich die Vermieter gründlich durchlesen, um nicht von den Mediaberatern schaumig gelabert zu werden. Die Mieter sollten sich unterander verständigen und einig sein, wie sie auf diesen Mediaberater reagieren wenn er eines Tages klingelt.

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  2. Guter Beitrag, bestimmt auch auf andere Anbieter übertragbar. Ich habe kein Kabel also bleibe ich in diesem Fall verschont. Frech ist, das ALG2 Empfänger dieses von ihrer Gemeinde bezahlt bekommen. Das heißt, dass gezahlte Steuern über die Umlage-fähigen Kabelgebühren Vodafone sponsern. Denn diese Kosten sind in den Mehrfamilienhäuser Bestandteil der Miete.

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  3. Sehr guter Beitrag, der in der Region 1 und 2 zu einem Sondermeeting beigetragen hat. Herr Direktor A.K. war alles andere als glücklich, über diese ehrlichen Zeilen. Wir werden uns im März 2018 sehen und die Geschichte weiterschreiben… diesmal SMO und KMU (2-500WE Betreuung) Thema Bossing, Mobbing, Compliance Verstöße von VKL‘s, interessante Vorgegensweisen bei Gewerbekunden, überteuerte Zink Verträge! Hierzu tragen wir ehemalige (10-5 Jahre KMU/SMO MB) bundesweit die Beweise und eidesstattlichen Versicherungen zusammen. Ich gehe davon aus, das dann nur noch Personal von der UGW (auch ein spannendes KÜ-Rück Drehkuh Thema) und Ranger rekrutiert wird. Wie ich dem SVP schon ins Gesicht sagte…“Ich habe keine Angst!!“

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