Die Vodafone Kabel Deutschland „Medienberater“

Erst vorab.. ich habe mir das eine Zeit lang angesehen, war also dabei und habe tatsächlich etwas erlebt. Kein Höhrensagen, alles ECHT und in FARBE. Alles selbst erlebt.


Kommen wir zunächst zu etwas Technik um den Unterschied zwischen Internet über Kabel Deutschland und DSL (z.B. Telekom) zu erkennen.

Bandbreitenvergleich Kabel (DoCSIS) zu DSL:

Es existieren sowohl für Koax-Kabel [vulgo DoCSIS] als auch für die Telefon-Kupferdoppelader [vulgo DSL] Bandbreitenbeschränkungen.
Bei DoCSIS ergibt sich die maximal übertragbare Bandbreite direkt aus dem verwendeten Frequenzspektrum.

Beim derzeitigen Euro-DoCSIS 3.0-Standard, welcher für den Download ein Frequenzspektrum von 108 bis 862 MHz [optional bis 1006 MHz], macht also eine maximal nutzbare Frequenzbandbreite von 754 (bzw. 898) MHz, d.h. maximal 94 (bzw. 112) Kanäle. Unter kompletter Nutzung ALLER Frequenzen, d.h. ohne jegliches TV-Angebot, ergäbe sich damit eine maximale Übertragungsrate (bei Nutzung von QAM256 und 6952 kSym) von 5,27 GBit/s [resp. 6,23 GBit/s].

Da aber noch ein TV-Angebot gesendet wird, reduziert sich die Anzahl derzeit um die 30 analogen und 31 digitalen Transponder auf 33 Kanäle für die Nutzung mit EuroDoCSIS. Heißt also, dass maximal 1,84 GBit/s übrig bleiben…
Mehr geht in einem Segment nicht!

Und eben jene (theoretisch möglichen) 1,8 GBit/s müssen sich ALLE am Segment angeschlossenen Kunden teilen. Macht bei 100 MBit/s-Kunden also 18 Kunden, bis das Segment dicht ist, bei 200 MBit/s sind’s schon nur noch 9. Und ich glaube kaum, dass KD die Segmente derzeit wirklich so klein wählt, dass die Anzahl der Kunden in diesem Umfang ist (und somit die Bandbreite ausreichend wäre).

Eher werden da 30…50, wenn nicht sogar über 100 Kunden an einem Segment hängen, womit klar ist, dass es, sofern alle Nutzer gleichzeitig laden, nichts mehr geht.

Im Gegensatz zum Telefonkabel, wo nur ein Nutzer angeschlossen ist, stellt das Koax-Kabel also, bei zu großer Wahl des Segments, eher ein Hindernis für große Bandbreiten dar.

Beim Telefonkabel kommt es hingegen nahezu nur auf die Leitungslänge zwischen DSLAM und DSL-Modem an, die Anzahl der weiteren Kunden spielt (nahezu) keinerlei Rolle.

Bei DSL gibt es höhstens bei der alten ATM-Technik Überlastungen, die aber wesentlich seltener Vorkommen. Bei der neueren Schaltung per GbE gibt es keine Beschwerden. Desweiteren wird der Vertrieb von DSL abgestellt, sobald keine Ports mehr frei sind an den Linecards. Es können keine 2 Kunden an einem Port hängen. Das Modem wird per Leitung gefunden, wenn 2 daran hängen würden, könnte der richtige Modem nicht mehr gefunden werden.

Es gibt genügend Tests, die beweisen, dass das Problem mit den Stoßzeiten bei DSL vernachlässigbar ist.

Peering Kapazitäten sind kein Problem der Übertragungstechnik, damit auch kein Minuspunkt für DSL. Telekom ist ein TIR-1 Anbieter, damit hat es Kostenvorteile ggü kleineren Anbietern.

Bei Youtube und anderen größeren Firmen gibt es keine Kapazitätsprobleme, da sie CDNs nutzen! Selbst kleinere können sich schon CDN nutzen, dass widerlegt die These der Telekom, dass kleinere Unternehmen sich gegen größere nicht ohne „Überholspur“ behaupten können. P.S. Kabelanbieter haben sogar ein Gutachten gegen die Netzneutralität gemacht und das Beispiel der CDN als „Beweis“ gebracht, dass es schon längst keine „Netzneutralität“ gäbe.

Zum Thema Kabelinternet:
Kabel oder auch DVB-C ist eigentlich für BROADCASTING gemacht worden, also ein Signal wird dupliziert, so dass alle mit entsprechenden Empfängern es empfangen können. Damals hat niemand daran gedacht, dass die Kunden dort Terabytes an individuellen (UNICAST) Daten haben wollen.

Vodafone kann kurzfristig ein bißchen mehr Kapazitäten schaffen, wenn es das Fernsehen (DVB-C) in IPTV (Multicasting) verwandelt, dann würden Sender, die auf dem Segment nicht nachgefragt werden, erst gar nicht ins Segment eingespeißt. So ist dieser Block für die Zeit für Daten nutzbar.

Der einzige Flaschenhals bei DSL, den es gibt, ist halt die Entfernung von der Vermittlungsstelle / vom Outdoor-DSLAM, sodass dauerhaft nicht die Maximalgeschwindigkeit ankommen kann. Kapazitätsprobleme sollte es aber nicht geben.
Die würde es auch im Kabel nicht geben, wenn ausreichend segmentiert wäre. Leider dauert so etwas immer sehr lange. Aber auch da gibt es Segmente, wo es super funktioniert mit immer voller Geschwindigkeit, aber anderswo geht abends gar nichts mehr.

Neben der Analogabschaltung gäbe es auch noch den FTTH-Ausbau als Lösung, auch wenn der um ein Vielfaches länger dauern würde. Aber wenn ein Haus an FTTH hängt, gibt es technisch gesehen keine Unterschiede mehr, ob das jetzt ne Kabelleitung war oder ne Festnetzleitung. Den Standard DOCSIS wird dann keiner mehr nutzen (die Kanalbündelung wie jetzt braucht man dann ja nicht mehr), genauso wenig wie DSL.
Was TV angeht, IPTV wird ja erstmal nur eingesetzt, weil über die normale Telefonleitung nichts anderes geht. Über FTTH ist das anders, hier setzen nämlich viele FTTH-Anbieter auf DVB-C anstatt auf IPTV, wohl weil es einfacher ist wegen Geräten etc.

Selbst im Vodafone-eigenen Forum wird immer wieder von plötzlichen Geschwindigkeitsproblemen bei Kabel-Internet berichtet:

z.B. Fehler nicht behebar – Lösung: Kündigung

Oder hier: Am Ende bleibt nur die Beschwerde

und viele mehr. Einfach mal googlen

Angeblich soll mit einer neuen DoCSIS-Version alles besser werden. Das dem wohl nicht so einfach sein wird, steht hier:

https://www.teltarif.de/internet/tv-kabel/docsis-31.html

Hier vergleicht jemand DoCSIS mit dem alten 10base2 Thin Ethernet, was genau zutreffend ist. Das war früher so schön einfach. RG58-Kabel einmal ringsrum und mit T-Stücke die einzelnen Rechner angeschlossen. Fertig. Ein Kabel-Baum-NE4-Hausnetz ist genau das selbe Prinzip. Das T-Stück ist heute ein (Multimedia)Adapter für die TV-Dose in der Wand.

Steht die Entscheidung an im Haus eine neue Verkabelung zu installieren, bietet sich ein Sternnetz mittels Cat8-TwistedPair-Kabel (40GBASE-T) viel eher an als KOAX-Kabel, welches nicht technologieübergreifend ist. Und Glasfaser in den Wänden scheint noch etwas übertrieben zu sein aber allenfalls sinnvoller als KOAX. Und so wird DoCSIS, egal in welcher Ausbaustufe, immer zweite Wahl sein, wenn es um zukunftsichere Vernetzung im Haus geht.


Und so beschreibt jemand in einem großen Deutschen Forum seine Erfahrung als Vertriebsmitarbeiter bei Vodafone Kabel Deutschland:

„Ich war einer dieser Medienberater MNV. Ich kann jedem der das liest NUR ABRATEN! diesen Job zu machen!!!! Wer nicht hören will wird fühlen! Bei der Einstellung wird Dir vorgegaukelt du bist jetzt Medienberater im „Geschäftskundenvertrieb“. Die Wahrheit: Du läufst wie ein Drücker bei Hitze, Regen und Schnee die Wohngebiete ab. Unter dem Vorwand Du müsstest kurz mal einen Blick auf den kleinen grauen Kasten werfen irgendwo am Haus oder im Keller irgendwann mal installiert wurde verschaffst Du dir Zugang zum Haus oder Grundstück. Dann gehst Du wieder und abends oder am nächsten Tag rufst du dort wieder an, Du hättest ein tolles Angebot in Sachen Internet, Telefon usw. Dann musst du versuchen einen Termin zu vereinbaren und deine Produkte zu verkaufen. Du bekommst kein Fixum, sondern arbeitest selbständig nur auf Provision. Das Vertragswesen ist sehr kompliziert! Die geringsten Fehler werden mit Stornos und Provisionsrückzahlungen bestraft. Wer diesen Masochismus besitzt, kann diesen Job gerne tun 🙂 Alle aus meiner Gruppe die mit mir angefangen haben, sind mittlerweile nicht mehr dabei. KEIN EINZIGER! Noch Fragen?“